Das Frankfurter QRaftwerk

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Ausbildung/Weiterbildung zur Zertifizierten Innovationsberaterin/zum Zertifizierten Innovationsberater

 

Das Marburger Institut für Wirtschafts- und Sozialethik (IWS) bietet Studentinnen und Studenten eine qualifizierte Zusatzausbildung für die Arbeitswelt von morgen an.

 
Die digitale Transformation hat die Wirtschaft erfasst. Wie lassen sich die Geschäftsmodelle von heute in die digitalisierte Welt von morgen transformieren? Es gibt kaum noch Manager/innen, die sich darüber nicht den Kopf zerbrechen. Überall entstehen Testlabore für den Wandel: In sogenannten Innovation Labs werden die Konzepte für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg unter den Bedingungen der Digitalisierung entwickelt. Qualifizierte und kompetente Innovationsberater/innen moderieren die anstehenden Innovationsprozesse in diesen InnoLabs und sind darüber hinaus beratend tätig. Sie werden derzeit händeringend gesucht.
 
Vor diesem Hintergrund bietet das IWS im Sommersemester 2017 eine studien- (oder berufs-)begleitende Ausbildung zum/zur Innovationsberater/in an. Sie erfolgt in Analogie zur (und ist koordiniert mit der) IWS-Mediationsausbildung. Die wiederkehrenden Ausbildungsstunden werden schwerpunktmäßig innerhalb der Vorlesungszeit angeboten, so dass die Ausbildung/Weiterbildung in wesentlichen Teilen innerhalb von zwei Semestern studienbegleitend absolviert werden kann.

Die Ausbildung beginnt in der Alten Universität der Philipps-Universität Marburg (AU 01010) am 6./7. Mai 2017 (jeweils von 10.00-18.00 Uhr) mit einem ersten Workshop (an dem die Teilnahme noch unverbindlich ist). Studierende können sich anschließend auf bis zu 12 gesponserte Freiplätze bewerben. Wer einen der Freiplätze erhält, verpflichtet sich, bei einer der Folgegruppen als Coach zur Verfügung zu stehen (oder die Ausbildung in anderer Weise zu unterstützen).

 

Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Seminar 

 

Jubiläum: 125 Jahre Frankfurter Hauptbahnhof

 

Während des Jubiläumsfestes tauschten der Frankfurter Bahnhof und sein Viertel Steine aus. Das Viertel erhielt einen alten Fassadenstein, der Bahnhof ein Fassadenfragment aus der Kaiserstraße. Beide erzählen die gleiche Geschichte, wenn man ein Smartphone darauf richtet: unter anderem von Alfred Hottenrott, einem Menschen, der fast in Vergessenheit geriet, obwohl er als visionärer Bahnhofplaner indirekt zum Gründervater des Frankfurter Bahnhofsviertels wurde.

 

 

Das Geschenk des Viertels ist „Denkstein Nr. 2“, den der Stadtteilbildhauer Oskar Mahler gefertigt hat, erinnert an Alfred Hottenrott. „Denkstein Nr. 3“ ist Gerald Hintze gewidmet, dem langjährigen Kurator der Weißfrauen Diakoniekirche im Frankfurter Bahnhofsviertel, der am 22. Dezember 2012 gestorben ist. Beide sind eine Spende des neu gegründeten „Frankfurter QRaftwerks“. Die „haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft“ ist eine Ausgründung der TransMIT GmbH, einer Transfergesellschaft der Universitäten Marburg und Gießen. Geschäftsführer ist Professor Dr. Wolfgang Nethöfel, Direktor eines An-Instituts und Leiter eines TransMIT-Zentrums für Wirtschafts- und Sozialethik. Als einer der Moderatoren der „Werkstatt Bahnhofsviertel“ ist er seit langem im Viertel engagiert, ebenso wie Oskar Mahler, der Präsident des Gewerbevereins „Treffpunkt Bahnhofsviertel“ ist.

 

Standort des QRaftwerks ist das Europahaus in der Niddastraße 64. Mahler hat seinen Standort im Hammer Museum. Dort prodziert er seine Werke. „Denkstein Nr. 1“ ist anlässlich der Gründung von QRaftwerk entstanden. Denksteine stehen für den dichten Zusammenhang des weiten QRaftwerk-Angebots. Der integrierte QR-Code führt zu einer dauerhaften Webpräsenz – und dort findet man eine zu Ende erzählte Geschichte. Dass eine einzigartige „Story“ wahrgenommen, gewürdigt und zukunftsfähig gestaltet wird, gilt für alle QRaftwerk-Dienstleistungen vom Coaching über Beratung und Mediation bis zur öffenliche Präsentation nach einer bewältigten Krise. Auch so kann eine Erfolgsstory aussehen.

 

Nicht nur Denksteine und Zukunftsbilder werden im „Frankfurter QRaftwerk“ hergestellt. „Zwischen Kreativität und Schöpfung“ ist der Untertitel des „großen Buches“, an dem Nethöfel arbeitet: „Da steht eigentlich alles drin.“ „Innovation“ heißt der bereits erschienene erste Band, der zweite soll „Regulierung“ heißen. Durchgehend wendet er dort seine „Innovationsformel“ an: dieselbe, mit der er die Geschichte des Bahnhofviertels, wie er sagt, „konstruiert“, Mahler nennt diesen Vorgang lieber „erfinden“. Nethöfel berät unter dem Leitmotiv „integral innovation“ innerhalb eines Beraternetzwerks beim Setzen und Umsetzen von Lebens- und Organisationszielen, und er bildet Mediatoren aus. Netzwerker und Mediatoren wollen, dass die ununterbrochen neu entwickelten Tools, mit denen sie erfolgreich arbeiten, endlich in einer Art Lehrbuch zusammengestellt werden.

 

Das Europahaus ist der eine Standort des Unternehmens, der andere soll die Matthäuskirche sein. Hier, wo es auch schon eine Mediationsveranstaltung mit Occupy-Aktivisten und Bankern gab, soll Zukunft produziert werden. „Übrigens überwiegend mit jungen Leuten. Wir wollen dort so oft wie möglich unsere Community versammeln, mit der wir uns zusammen weiterentwickeln“, erläutert Nethöfel. „Unterm Goldkreuz vor den Hochhäusern liegt ein Schatz! Wir wollen ihn heben“, lautet seine Botschaft - so wie Mahler behauptet: „Hottenrott lebt! solange wir seine Geschichten erzählen, in den Katakomben unter dem Bahnhof, in den Bunkern und Kellern des Bahnhofsviertels. Er taucht nachts in den ungenutzten Passagen zwischen Münchener- und Kaiserstraße auf.“ Das kann missverstanden werden. „Wolfgang Nethöfel konstruiert den Verkauf der Matthäuskirche.“ „Oskar Mahler erfindet Hottenrott neu.“ Beide lachen. „Wir kennen die Geschichten.“

 

Nethöfel wird ernst: „So wie Oskar Mahler zwischen Bahnhof und Bahnhofsviertel vermittelt, so ich zwischen dem Viertel und der Matthäuskirche. Er glaubt, dass Hottenrott im Frankfurter Bahnhof und im Bahnhofsviertel lebt. Wir glauben an die Zukunft der Matthäuskirche als Ort eines deutschland-weiten Dialogs zwischen Kirche, Wirtschaft, Kunst und Gesellschaft. Zusammen mit dem akkumulierten Erfahrungswissen unterschiedlicher Traditionsgemeinschaften, wie sie im Bahnhofsviertel friedlich zusammenleben, vergrößert das das Lösungspotential der Zivilgesellschaft und macht sie zukunftsfähig. Daher wollen wir mit einigen unserer Partner Ankermieter im Untergeschoss werden, wenn es nach einem durch Verkauf gesicherten Erhalt der Kirche soweit ist.“

 

„Vielleicht sind wir eine Firma, die Stiftung werden will und gründen wieder aus, wenn wir zu erfolgreich werden“, überlegt er, während er mit einem Spaten in der Hand ein Glas mit eingeschliffener Innovationsformel hochhält. „Wir haben geduldige Investoren und daher einen langen Atem.“ Er selbst kann sich vorstellen, das QRaftwerk zunächst über soziale Netzwerke weiter zu entwickeln. „Dabei können Sie übrigens mitwirken“, schließt Oskar Mahler. „Haben Sie es schon gemerkt? Smartphone genügt.“

 

(Interview Thomas Schröder)